Rückblick KI Zukunftstag am 26.03.2026
Künstliche Intelligenz verändert unsere Gesellschaft – und sie eröffnet auch für die Soziale Arbeit neue Perspektiven. Beim Heilbronner Zukunftstag 2026 brachte die Liga der freien Wohlfahrtsverbände Heilbronn gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung zentrale Akteure aus der Region zusammen.
Der Zukunftstag war Auftakt und Impulsgeber für das Gesamtprojekt der Initiative "AI Inspire: KI im Sozialwesen".
Ziel ist es, Heilbronn-Franken als Modellregion für sozialverantwortliche KI im Wohlfahrtswesen weiterzuentwickeln – durch Austausch, Netzwerkbildung und die Initiierung konkreter Praxisprojekte.
Fünf Prinzipien haben sich die Initiatoren auf die Fahnen geschrieben. So wird KI als hilfreiches Werkzeug gesehen, der Mensch bleibe aber in Kontrolle. Dazu kommen Praxisorientierung, Partizipation von Fachkräften und Zielgruppen, Offenheit und voneinander Lernen sowie Verantwortung, etwa in Sachen Datenschutz, Transparenz und ethische Leitlinien. „Wir wollen mit vertrauenswürdiger KI arbeiten“, betont Dr. Frauke Goll,
Geschäftsführerin des Applied AI Institute for Europe.
Mit dem Zukunftstag geht die Initiative nun in die Praxis. Impulsvorträge und Workshops sind das eine, aber die Anwesenden können sich für die Mitarbeit in einem der fünf ausgemachten strategischen Handlungsfelder eintragen: Bildung und Kompetenzaufbau, Use Cases und Start Ups, Forschung und Reallabor, Transparenz und Öffentlichkeit sowie Community, Netzwerk und Governance. In diesen Gruppen soll nun konkret gearbeitet werden.
„Das Thema soll auf die Straße und nicht nur als Papier enden“, betont Anette Zanker-Belz, Regionalleiterin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands.
Sie und ihre Mitstreiter aus der Liga vertreten 30.000 Mitarbeiter in der Region, dazu unzählige Ehrenamtliche, wirken direkt in die Quartiere ein. „Bei dem Projekt geht es uns deswegen nicht nur um Effizienz und die Entlastung der Fachkräfte, sondern wir wollen auch nach außen in Verwaltung und Politik wirken, eine Anwaltschaft für ethische Nutzung sein.“
Es gelte, Brücken zu bauen zwischen den verschiedenen Akteuren, ergänzt Karl Friedrich Bretz, Ligavorsitzender und Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands Heilbronn. „Beim ersten Treffen haben wir gemerkt, dass die uns Soziale gar nicht auf dem Schirm haben.“ Für Professorin Dr. Nicole Graf, Rektorin der DHBW in Heilbronn, ist daher der interdisziplinäre Ansatz entscheidend: Sozialwissenschaft und Tech-Welt. „Sie stellen fest, sie profitieren voneinander, können Lösungen finden, die tat sächlich Anwendung in der realen Welt finden.“
Dieses Potenzial dürfe nicht unterschätzt werden, ergänzt Professorin Dr. Nicola Marsden, Leiterin des Lab für Sozioinformatik an der Hochschule Heilbronn. Mit der Aufmerksamkeit für das Sozialwesen werden deutlich mehr Teile der Gesellschaft mitgenommen als bisher.
Hier finden Sie Artikel von der DHBW und DHWB CAS Heilbronn und der Heilbronner Stimme: